Sollte Gott gesagt haben…?

Mit diesem biblischen Zitat aus Genesis 3: 1 beginne ich meinen ersten Blogeintrag. Denn dieser Satz ist in gewisser Weise grundlegend – sowohl für den christlichen Glauben, als auch über lange Zeit für mein eigenes Leben. In der Bibel steht er für die Versuchung durch Gottes Widersacher. Dieser möchte seit jeher den Menschen durch Zweifel von Gott abbringen. Mich hat diese Frage ebenfalls lange beschäftigt.

Als Kind eines freikirchlichen Pastors war mein religiöser Werdegang scheinbar vorherbestimmt. Denn als Kind frommer Eltern wird man so erzogen, dass die Existenz Gottes selbstverständlich und zweifellos ist, was einen meist ein Leben lang nicht wieder loslässt. In diesem Umfeld, in dem ich aufwuchs, war die Ansicht weit verbreitet, dass “Gottes Wort” unanfechtbar wahr sei und alle biblischen Texte Gottes Kraft und Größe zeigen. Besonders in pfingstlerischen Kreisen wurde mir vermittelt, dass die gleichen Dinge, wie sie in der Bibel nachzulesen sind, auch heute geschehen. Irgendwie unvorstellbar…

Die Verbindung dessen, was in der Bibel steht zu dem, was im alltäglichen Leben reell erfahrbar ist (und nein, nicht nur mit ganz viel Einbildungskraft), ließ die einleitende Frage immer wieder in mir aufkommen und war für mich nicht von der Frage nach der Existenz dieses mir vermittelten Gottes zu trennen. Wenn es Gott gibt, sollte er sich und sein Wort als wahr erweisen. Dann müsste auch eine Bestätigung zu finden sein: Wer suchet, der findet und wer anklopft, dem wird aufgetan…

Sollte Gott gesagt haben…? Das ist der Ausdruck des Zweifels schlecht hin. Und Zweifeln geht mal gar nicht! “Glauben” heißt die göttliche  Devise. Ich bin schon ein “Ungläubiger Thomas”! Dabei habe ich ernstlich alles versucht. Ich war fest überzeugt, dass Gott die gleichen biblischen Wunder tut, wenn man nur glaubt und bittet. Und das habe ich: gebetet, gefastet, geopfert, was sich opfern ließ (natürlich ohne Blutvergießen und Gewalttaten, also keine Tier- und Menschenopfer, letzteres nur im geistlich übertragenen Sinne…), mich selbst erniedrigt bis zum beinah vollständigen Verlust der Selbstachtung, alles aus blindem Gehorsam und einer aberwitzigen Hoffnung auf etwas völlig Unwirkliches. Gebracht hat es nichts. Zumindest nichts, was mit dem zu tun hat, was wie eine billige, verlogene Werbeanzeige in der Bibel steht. Gebracht hat es nur viel Frust, Verletzungen, Schmerz und Tränen. Sollte da nicht bitte doch die Frage genehm sein:

SOLLTE GOTT GESAGT HABEN?!